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Warum der Sparplan die Krise mag

Fallende Kurse machen Investoren unsicher. Doch für langfristiges Sparen sind sie von Vorteil.

Von Alexander Ihl | April 2026

Doodle moneyletter April 2026

Wenn die Börse fällt, werden Anleger zögerlich. Das klingt vernünftig. Ist es aber nicht immer. Gerade ETF- und
Fondssparpläne werden in Krisenzeiten häufig ausgesetzt. Aus Angst, noch mehr Geld zu verlieren. Aus dem Wunsch heraus, erst einmal abzuwarten. Oder in der Hoffnung, später zu einem besseren Zeitpunkt wieder einzusteigen.

Das Problem: Bei einem Sparplan kann genau dieser Reflex nach hinten losgehen. Denn wer regelmäßig investiert, kauft bei fallenden Kursen mehr Anteile für dasselbe Geld. Die Krise sieht dann auf dem Kontoauszug unangenehm aus. Im Sparplan kann sie aber wie ein Sonderangebot wirken.

Der Effekt ist einfacher, als er klingt

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Ein Anleger spart fünf Jahre lang jeden Monat 100 Euro in einen Aktienfonds. Zu Beginn kostet ein Fondsanteil 100 Euro. Für seine monatliche Sparrate bekommt er also genau einen Anteil.

  • Nach einem Jahr sind es 12 Anteile.
  • Im zweiten Jahr steigt der Kurs auf 200 Euro. Jetzt bekommt er für seine 100 Euro nur noch einen halben Anteil pro Monat. Am Jahresende sind es 6 neue Anteile.
  • Im dritten Jahr fällt der Kurs wieder auf 100 Euro. Wieder gibt es einen Anteil pro Monat, also 12 Anteile im Jahr.
  • Im vierten Jahr fällt der Kurs auf 50 Euro. Jetzt bekommt er für dieselbe Sparrate zwei Anteile pro Monat. Das sind 24 Anteile im Jahr.
  • Im fünften Jahr steht der Kurs wieder bei 100 Euro. Der Anleger erhält erneut 12 Anteile.

Auf den ersten Blick ist nichts passiert

Der Kurs startet bei 100 Euro. Und er endet bei 100 Euro. Man könnte also denken: keine Veränderung, kein Gewinn. Aber der Sparplan erzählt eine andere Geschichte. Insgesamt hat der Anleger 60 Monate lang jeweils 100 Euro investiert. Das sind in Summe 6.000 Euro.

Durch die zwischenzeitlich niedrigen Kurse hat er aber insgesamt 66 Fondsanteile erworben. Bei einem Endkurs
von 100 Euro sind diese Anteile 6.600 Euro wert. Der Gewinn beträgt also 600 Euro. Nicht, obwohl der Kurs
geschwankt hat. Sondern gerade weil er geschwankt hat.

In der Schwankung liegt Gewinn

Fallende Kurse fühlen sich selten gut an. Aber für regelmäßige Anleger können sie nützlich sein. Ein Sparplan lebt
nicht davon, dass jeder Monat schön aussieht. Er lebt davon, dass man langfristig dabei bleibt — auch dann, wenn die Börse gerade schlechte Laune hat. Wer in der Krise aussetzt, nimmt sich selbst einen wichtigen Vorteil:
günstiger einzukaufen.

Erkenntnis

Krisen gehören zur Börse. Sie sind unangenehm, manchmal heftig und meistens schlecht getimt. Aber sie sind kein Grund, einen langfristigen Sparplan reflexartig zu stoppen. Im Gegenteil: Wer regelmäßig investiert, nutzt die
Schwankungen automatisch mit.

Sparpläne brauchen keine perfekte Börse. Sie brauchen Geduld.

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