Depot im Praxis-Check: Geduld schafft Gewinn.
Langfristiges Investieren beginnt unspektakuläre und endet überzeugend.
Von Alexander Ihl | Juni 2026

Zehn Jahre klingen lang. An der Börse fühlen sie sich manchmal noch länger an. Hier ein Beispiel aus gelebter Praxis…
Eine unserer Mandantinnen hat am 6. Mai 2016 ihr Altersvorsorge-Depot eröffnet. Monatlich 150 Euro, dazu einige Einmalanlagen. Die Strategie: 70 Prozent Aktien, 30 Prozent Anleihen. Also kein Zocken, kein Timing, kein ständiges Hin und Her. Sondern: investieren, dranbleiben, durchhalten.
Dann kam das echte Leben dazwischen.
Corona. Ukraine-Krieg. Inflation. Zinsschock. Schwankende Aktienmärkte. Fallende Anleihekurse. Schlagzeilen, die selten nach Ruhe und Gelassenheit klangen.
Und trotzdem ist aus ihren Einzahlungen von insgesamt 131.950 Euro nach zehn Jahren ein Depotwert von 193.121,70 Euro geworden. Ein Gewinn von 61.171,70 Euro. Nach Kosten. Das entspricht einer durchschnittlichen Rendite von 7,33 Prozent pro Jahr.
Gute Geldanlage fühlt sich nicht immer gut an
Der entscheidende Punkt ist nicht, dass die zehn Jahre besonders einfach waren. Das waren sie nicht.
Gerade deshalb ist das Beispiel so wertvoll. Es zeigt, dass gute Geldanlage nicht daran erkenntlich ist, dass sie nie schwankt. Sondern daran, dass sie auch durch schwierige Phasen hindurch tragfähig bleibt.
Wer langfristig investiert, bekommt keine gerade Linie. Er bekommt eine Strecke mit Kurven, Dellen und manchmal auch Bauchgrummeln.
Der Plan war wichtiger als die Ereignisse

S&P 500 Wertentwicklung der letzten zehn Jahre
In diesen zehn Jahren hätte es viele Gründe gegeben, unsicher zu werden. Im Rückblick sieht man: Dranbleiben war die bessere Entscheidung. Nicht, weil niemand etwas gespürt hätte. Sondern weil der Plan nicht bei jeder Nachricht neu verhandelt wurde.
Genau das ist oft der Unterschied zwischen Geldanlage und Geldgefühl.

Wertentwicklung des echten Depots einer Mandantin
Dran belieben lohnt sich
Gute Beratung verspricht nicht, dass Märkte ruhig bleiben. Sie hilft dabei, selbst ruhig zu bleiben.
Das Depot unserer Mandantin zeigt: Wer sinnvoll breit gestreut investiert, Kosten im Blick behält und lange genug dabeibleibt, muss Krisen nicht schönreden. Er darf sie einordnen.
Erkenntnis
Zehn Jahre Börsenpraxis sind kein theoretisches Rechenbeispiel. Sie sind ein Realitätstest. Und dieser Test zeigt: Geduld ist eine aktive Anlageentscheidung, die sich auszahlt.

Gedanken zur besseren Geldentscheidung.
Von Alexander Ihl

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